Hochschulprojekt:
Viele Verpackungen überzeugen auf den ersten Blick durch ihr Design. Doch gutes Packaging-Design geht über reine Ästhetik hinaus: Es erfüllt einen konkreten Zweck, erleichtert die Nutzung und schafft im besten Fall ein positives Erlebnis – ganz im Sinne von „Form follows Funktion“.
Ein gelungenes Nutzererlebnis berücksichtigt dabei nicht nur Funktionalität, sondern auch Emotionen und Nutzungskontexte.
Ziel dieses Projekts war es, die Verpackung eines bestehenden Produkts im Hinblick auf seine UX zu analysieren und zu verbessern.
Nach einem Vergleich verschiedener Verpackungen und ihrer typischen Schwächen, entschieden sich mein Team und ich, die Pringles-Dose neu zu denken – eine ikonische Verpackung, die seit Jahren für Frustration sorgt: Die Öffnung ist zu schmal, um bequem an die unteren Chips zu gelangen.
Die Herausforderung bestand darin, dieses Problem zu lösen, ohne die bekannte Zylinderform aufzugeben.
Nach Analyse der Zielgruppe und typischer Nutzungssituationen wollten wir zusätzlich das gemeinsame Snacken in Gruppen erleichtern – inspiriert von Best Practices wie der „Celebrations“-Verpackung.
Konzeption und Prototyping
In mehreren Iterationen entwickelten wir Ideen, fertigten Skizzen an und testeten erste Prototypen. Dabei lag der Fokus auf Funktionalität, Nachhaltigkeit und Markenidentität.
Die überarbeitete Pringles-Verpackung bietet zwei Zugänge: Den klassischen Zugang von oben sowie eine neue, seitlich herauslösbare Öffnung.
Durch eine perforierte Markierung lässt sich eine Seitenfläche herausnehmen, wodurch eine breite Entnahmeöffnung entsteht. Die Öffnung erlaubt einen leichteren Zugriff auf alle Chips, die herausgetrennte Fläche dient als Standfuß, damit der Zylinder nicht weg rollt.
Ein innovativer Verschlussmechanismus mit zwei ineinandergesteckten Zylindern ermöglicht es, die seitliche Öffnung durch Drehen wieder zu verschließen. Der klassische Plastikdeckel wurde durch einen nachhaltigen Papierdeckel ersetzt, der ebenfalls wiederverschließbar ist.
Das visuelle Design wurde modernisiert, bleibt jedoch klar als Pringles erkennbar. Um die neue Funktionalität spielerisch zu vermitteln, begleitet ein „Pringle-Charakterwechsel“ den Drehmechanismus der Verpackung: Mit jeder Sorte erscheint eine neue Figur mit passendem Outfit und thematischem Bezug zur Geschmacksrichtung – so entsteht ein humorvolles, überraschendes Markenerlebnis.