Entwicklung und Design eines Gesellschaftsspiels

Spielentwicklung-Teaser

Bachelorarbeit:

Im Zentrum meiner Bachelorarbeit stand die Konzeption und Gestaltung eines Gesellschaftsspiels, das Spielende auf unterhaltsame und gleichzeitig reflektierende Weise mit den Mechanismen der Medienlandschaft konfrontiert. Ziel war es, durch gezielte Spielmechaniken ein Bewusstsein für die Prägung von Weltbildern zu schaffen, die Medienkompetenz zu fördern und Denkprozesse zur kritischen Auseinandersetzung mit medialen Inhalten anzustoßen.

Die Konzeption basiert auf zwei zentralen Säulen: der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Entstehung und Prägung individueller Weltbilder – insbesondere im Kontext digitaler Mediennutzung – sowie dem pädagogischen Potenzial von Gesellschaftsspielen. Aufbauend auf dieser Grundlage wurden sowohl psychologische als auch gestalterische Rahmenbedingungen identifiziert, die für eine nachhaltige Vermittlung faktenbasierter Inhalte relevant sind.

Im ersten Schritt wurde untersucht, wie Medienkonsumverhalten und die tendenziell negativ geprägte mediale Berichterstattung zur Verzerrung von Weltbildern beitragen können. Ergänzend wurden Konzepte des konstruktiven Journalismus analysiert, die darauf abzielen, lösungsorientierte Perspektiven zu vermitteln und Rezipient*innen zum aktiven gesellschaftlichen Handeln zu motivieren. Die Relevanz einer fundierten Medienkompetenz, die sowohl den bewussten Umgang mit Informationen als auch die Reflexion eigener Denkmuster umfasst, wurde hierbei als zentrales Ziel herausgearbeitet.

Daher wird eine Stärkung der Medienkompetenz angestrebt und die Verantwortung von Journalist*innen in diesem Rahmen hervorgehoben. 

Ein interaktiver Testdurchlauf diente der Evaluation und Optimierung des Spielkonzepts. Erkenntnisse aus der Beobachtung und Befragung der Teilnehmenden flossen in die finale Überarbeitung ein. Gleichzeitig zeigte sich der Bedarf nach weiterführenden Tests, um die nachhaltige Wirkung auf das Weltbild und das Mediennutzungsverhalten zu evaluieren.

Bild von Spielaufbau
Spielkarten

Die Gestaltung des Spiels vereint popkulturelle Ästhetik mit bewusstem Stilbruch: Ein Mix aus Pop-Art, Scribbles und typografischen Kontrasten visualisiert die Überforderung durch mediale Reizüberflutung und kritisiert zugleich das konsumorientierte Medienverhalten der Gesellschaft. Der Einsatz eines Bunt-Unbunt-Kontrasts greift die Dualität zwischen Schwarz-Weiß-Denken und konstruktiver Differenzierung auf

Zur Erweiterung des analogen Spielerlebnisses wurde eine begleitende App konzipiert, die als interaktives Werkzeug zur Vertiefung der Inhalte dient. Sie liefert ergänzende Informationen zu einzelnen Spielkarten, bietet weiterführende Quellen und ermöglicht durch Quiz-Elemente und Reflexionsfragen eine individuelle Auseinandersetzung mit medialen Themen.